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Balkonkraftwerk-Planer

Notstrom beim Balkonkraftwerk: Was bedeutet die Notstromleistung?

Warum ein Balkonkraftwerk bei Stromausfall abschaltet, was eine Notstrom-Steckdose am Speicher kann und warum dort mehr als 800 Watt erlaubt sind.

Veröffentlicht am

Kurz gesagt

Ins Hausnetz darf jedes Balkonkraftwerk höchstens 800 Watt einspeisen, egal wie groß Module oder Speicher sind. Manche Speicher haben zusätzlich eine eigene Steckdose am Gerät, die auch bei Stromausfall weiterläuft. Die Leistung dieser Steckdose nennen wir Notstromleistung. Sie darf über 800 Watt liegen, weil sie nicht ins Hausnetz einspeist, sondern nur die Geräte versorgt, die direkt dort eingesteckt sind.

Zwei verschiedene Werte

Einspeisung ins Hausnetz Notstrom-Steckdose am Gerät
Wofür? Strom für alle Geräte in der Wohnung, über deine normale Steckdose nur Geräte, die direkt am Speicher stecken
Grenze höchstens 800 Watt (§ 8 Abs. 5a EEG) keine gesetzliche 800-W-Grenze, je nach Gerät z. B. 800 bis 2.500 Watt
Bei Stromausfall? schaltet automatisch ab läuft weiter, solange der Akku Strom hat
Haben das alle? ja nur manche Speicher

Warum ein Balkonkraftwerk bei Stromausfall abschaltet

Der Wechselrichter richtet sich nach Spannung und Frequenz des Stromnetzes. Fällt das Netz aus, trennt er sich automatisch, damit kein Strom in die ausgefallene Leitung zurückfließt. So sind zum Beispiel Monteure geschützt, die am Netz arbeiten. Dieser Netz- und Anlagenschutz ist in der Anschlussregel VDE-AR-N 4105 vorgeschrieben. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu, dass der Wechselrichter von Steckersolargeräten grundsätzlich die Verbindung zum Stromnetz braucht, um zu funktionieren (Verbraucherzentrale FAQ).

Ohne einen Speicher mit Notstrom-Steckdose liefert ein Balkonkraftwerk bei Stromausfall also keinen Strom, auch wenn die Sonne scheint.

Was die Notstrom-Steckdose kann

  • Sie versorgt nur die Geräte, die direkt daran stecken, zum Beispiel Kühlschrank, Router oder eine Lampe über ein Verlängerungskabel. Die übrigen Steckdosen in der Wohnung bleiben ohne Strom (Verbraucherzentrale).
  • Die Notstromleistung in Watt sagt dir, wie viel Leistung die angeschlossenen Geräte zusammen ziehen dürfen. Ein Kühlschrank braucht im Betrieb meist deutlich weniger als ein Wasserkocher oder ein Bügeleisen; die Leistung steht auf dem Typenschild deines Geräts.
  • Wie lange der Strom reicht, hängt von der Akkukapazität (kWh) ab und davon, ob tagsüber die Module nachladen.

Die drei Arten von Notstrom

Art Was passiert bei Stromausfall?
USV (unterbrechungsfrei) Die Geräte laufen ohne spürbare Pause weiter. Echte USV-Geräte schalten nach Norm gar nicht oder nur wenige Millisekunden um.
EPS (automatische Umschaltung) Der Speicher erkennt den Ausfall und schaltet die Steckdose selbst auf Akku um. Das dauert je nach Gerät Millisekunden bis wenige Sekunden. Empfindliche Geräte wie ein Computer können dabei neu starten.
Off-Grid (manuell) Du schaltest selbst um, etwa per Knopf oder App, und steckst deine Geräte an den Speicher.

Manche Hersteller bewerben eine schnelle Umschaltung von etwa 10 Millisekunden als „USV“. Für die meisten Haushaltsgeräte spielt der Unterschied keine Rolle, für einen PC ohne eigene USV schon.

Wichtig: Kein Notstrom fürs ganze Hausnetz über die Steckdose

Ein Speicher darf das Hausnetz bei Stromausfall nicht über eine normale Steckdose weiterversorgen. Dafür wäre eine Netztrennung (Umschaltbox) nötig, die eine Elektrofachkraft fest installiert. Wer Strom über eine Steckdose ins abgeschaltete Hausnetz zurückspeist, bringt sich und andere in Lebensgefahr.

Wann lohnt sich eine Notstrom-Steckdose?

  • Wenn du bei einem Stromausfall wenige wichtige Geräte weiter betreiben willst, etwa Kühlschrank, Router oder Licht.
  • Wenn du den Speicher auch unterwegs oder im Garten als Stromquelle nutzen möchtest.
  • Für die Ersparnis auf der Stromrechnung spielt die Notstromleistung keine Rolle. Die hängt nur von Ertrag, Eigenverbrauch und Speicher ab, rechne sie im Rechner aus.

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Häufige Fragen

Liefert mein Balkonkraftwerk bei Stromausfall Strom?

Nein. Der Wechselrichter braucht das Stromnetz und schaltet bei einem Ausfall automatisch ab. Strom gibt es dann nur aus einem Speicher mit eigener Notstrom-Steckdose, und zwar nur für Geräte, die direkt daran angeschlossen sind.

Warum haben manche Speicher mehr als 800 Watt, obwohl nur 800 Watt erlaubt sind?

Die 800-Watt-Grenze gilt für die Einspeisung ins Hausnetz. Die höhere Leistung betrifft nur die Steckdose am Gerät, die vom Hausnetz getrennt ist.

Was ist der Unterschied zwischen USV und Notstrom?

Eine USV versorgt Geräte ohne spürbare Unterbrechung. Bei einer Notstromfunktion mit Umschaltung (EPS) gibt es eine kurze Pause von einigen Millisekunden bis zu wenigen Sekunden, bei manueller Umschaltung musst du selbst umschalten und umstecken.