Speicher fürs Balkonkraftwerk: ja oder nein?
Wann sich ein Speicher am Balkonkraftwerk rechnet, wann nicht und worauf du beim Kauf achtest. Mit Zahlen von HTW Berlin und Verbraucherzentrale.
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Kurz gesagt
Ein Balkonkraftwerk ohne Speicher lohnt sich laut Verbraucherzentrale fast immer. Ein Speicher rechnet sich nur unter bestimmten Bedingungen: Er wird umso interessanter, je höher dein Stromverbrauch und je größer die Anlage ist, etwa ab zwei Modulen (Verbraucherzentrale). Probier es im Rechner mit und ohne Speicher aus.
Wie ein Speicher die Rechnung verändert
- Ohne Speicher nutzt du einen großen Teil des Solarstroms direkt. Bei einem senkrechten 400-W-Modul nach Süden rechnet die Verbraucherzentrale mit rund 280 kWh Ertrag, davon etwa 200 kWh selbst genutzt, also gut 70 % (Verbraucherzentrale). Bei größeren Anlagen sinkt dieser Anteil, weil mittags mehr Strom anfällt, als du gerade brauchst.
- Mit Speicher wird der mittägliche Überschuss für den Abend aufgehoben. Dabei geht Energie verloren: Die HTW Berlin rechnet in ihrem Stecker-Solar-Simulator mit einem Gesamtwirkungsgrad von etwa 82 % für Laden und Entladen (HTW-Dokumentation). Dazu kommt der Eigenverbrauch des Geräts im Standby.
- Die Grundlast entscheidet: Kühlschrank, Router und Standby-Geräte laufen auch nachts. Genau diesen Verbrauch kann ein Speicher abends und nachts decken.
Wann ein Speicher eher sinnvoll ist
- Du hast zwei oder mehr Module und damit mittags deutlich mehr Strom, als du gerade verbrauchst.
- Du bist tagsüber kaum zu Hause und verbrauchst den Großteil deines Stroms abends.
- Dein Haushalt hat einen höheren Stromverbrauch.
Wann eher nicht
- Bei einer kleinen Anlage mit einem Modul: Ein senkrechtes 400-W-Modul bringt laut Verbraucherzentrale rund 280 kWh im Jahr, davon nutzt du etwa 200 kWh ohnehin direkt. Für den Speicher bleiben also nur rund 80 kWh Überschuss (Verbraucherzentrale).
- Wenn du tagsüber ohnehin viel Strom verbrauchst, etwa im Homeoffice.
- Ein Speicher hält meist kürzer als die Module: Die HTW geht in ihrem Simulator von einem Ersatz nach 10 Jahren aus.
Was ein Speicher kostet
Die Verbraucherzentrale nennt für einen Speicher zusätzlich etwa 500 bis 1.000 Euro (Quelle). Stiftung Warentest nennt für fünf getestete Speicher mit 1,92 bis 2,69 kWh Preise von etwa 700 bis 1.000 Euro (test.de). In unserem Vergleich siehst du aktuelle Shop-Preise; viele davon sind Aktionspreise.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Kapazität: nutzbare Kapazität in kWh, nicht nur die Nennkapazität.
- Zellchemie und Lebensdauer: Die meisten Balkonspeicher nutzen LiFePO4-Zellen. Hersteller geben oft 6.000 Zyklen und 10 Jahre Garantie an. Das sind Herstellerangaben, keine unabhängigen Messungen.
- Einbindung: Hat der Speicher eigene Solareingänge (DC-gekoppelt) oder wird er über die Steckdose an ein vorhandenes Balkonkraftwerk angeschlossen (AC-gekoppelt)? AC-Kopplung ist flexibler, hat aber zusätzliche Umwandlungsverluste.
- Einspeiseleistung: Ins Hausnetz dürfen höchstens 800 VA. Hat das Gerät mehr Ausgangsleistung, muss die Einspeisung begrenzt sein.
- Standby-Verbrauch und ob die Steuerung eine Cloud-Verbindung braucht.
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- Was ist erlaubt?
- Sets und Speicher im Vergleich
- Der kostenlose Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin rechnet mit deinem Lastprofil.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Speicher für ein Balkonkraftwerk?
Laut Verbraucherzentrale lohnt sich ein Balkonkraftwerk ohne Speicher fast immer, ein Speicher nur unter bestimmten Bedingungen: vor allem bei zwei oder mehr Modulen und einem höheren Stromverbrauch am Abend.
Was kostet ein Balkonkraftwerk-Speicher?
Die Verbraucherzentrale nennt zusätzlich etwa 500 bis 1.000 Euro. Bei aktuellen Geräten mit rund 2 kWh entspricht das grob 200 bis 500 Euro pro kWh.
